Mündliche Überprüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie in Braunschweig 11/2008
Meine schriftliche Prüfung hatte ich im Oktober 2008 in der MHH erfolgreich hinter mich gebracht.
Die Mündliche machte mir schon immer die größeren Sorgen, da man ja immer wieder von
einer gewissen Willkür der Prüfer hörte. So war ich ziemlich aufgeregt als ich eine Stunde
vor meinem Termin in den Wartebereich der Landesschulbehörde in Braunschweig ankam. Vor mir waren noch zwei andere Frauen an der Reihe und das ganze verzögerte sich wohl schon eine Weile.
Erschrocken bin ich, als ich hörte, dass auf jeden Fall immer 45 Minuten geprüft wird, egal welchen guten oder schlechten Eindruck man macht…
Der Prüfungsraum war großzügig, warm und hell. An einem Langen Tisch saßen drei Herren, die mich freundlich begrüßten. Ein Rechtsanwalt, der die Aufgabe des Protokollführens übernahm, ein Psychiater und ein HP-Psychotherapie. Der Anwalt erklärte mir, dass wir zunächst zum „warm werden“ fünf Minuten plaudern würden, dann würde der Psychiater 20 Minuten Zeit für Fragen bekomme und dann der HP für Psychotherapie, ebenfalls 20 Minuten.
Es wurde Quer durch die Bahn fast Alles angesprochen. So musste ich gleich zu Anfang alle psychopathologischen Symptome aufzählen. Danach war ich schon ziemlich angespannt. Im weiteren Verlauf wurde an Hand von Fallbeispielen überprüft, wie genau ich mögliche Störungsbilder in Betracht ziehe. Das ganze lief eher wie eine Unterhaltung und war daher angenehmer für mich. Grundsätzlich wurde von F0 – F6 Vieles angesprochen und hinterfragt.
Zum Beispiel:
Erklären Sie das Korsakow Syndrom, Vorkommen?
Welche Erkrankungen münden in einem dementiellen Syndrom?
Abgrenzung Akute und chronische organische Psychosen
Psychopathologische Symptome der Depressiven Episode?
Suizid, Pöldinger und Ringel. Was machen Sie?
Nebenwirkungen von Neuroleptikern – malignes neuroleptisches Syndrom
Abwehrmechanismen
„Neurotische“ Störungen wie Ängste und Zwänge
Essstörungen
Borderline Persönlichkeitsstörung
Unterbringungsgesetz
Ich war ziemlich erledigt, als die 45 Minuten rum waren. Dennoch wusste ich auf Grund des Gesprächverlaufs, dass ich sicher bestanden hatte, als mich die Herren zur „Beratung“ für einige Minuten vor die Tür schickten.
Abschließend, nach bestandener Prüfung möchte ich noch anführen, dass ich sehr viel Zeit in die Prüfungsvorbereitung gesteckt habe. Zweimal die Woche habe ich mich für mehrere Stunden mit meiner Lerngruppe getroffen und wir haben intensiv gearbeitet. Die restlichen fünf Tage der Woche wurden Dinge auswendig gelernt, Zettel in der ganzen Wohnung verteilt, Freunden und Bekannten die Störungsbilder erzählt/erklärt…es war keine Minute zu viel Aufwand! Die Prüfung ist zu schaffen, geschenkt wird Dir aber nichts!
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