Mündliche Überprüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie in Braunschweig 06/2009
- Gedächnisprotokoll -
Die Prüfung fand am 08.06.2009 im Dienstgebäude der Landesschulbehörde in Braunschweig statt:
Sie begann ca. 40 Minuten später als angekündigt (mögliche leichte Wartezeiten waren in der Einladung angekündigt).
Der Gutachterausschuss bestand aus Dr. Schlegel* (Prüfer) Paolo, psychologischer Therapeut (Prüfer) Dr. Kittelmann (Beisitzer).
Fragen: Warum wollen Sie Heilpraktiker für Psychotherapie werden ?
Mit welchen Therapieverfahren und mit welchen Klienten wollen Sie arbeiten?
(Antwort: Gewünschte Klientengruppen: hauptsächlich Schüler und Studenten
Bevorzugte Therapieformen: Elemente aus der Verhaltenstherapie, der Familientherapie
und der Gesprächstherapie).
Können Sie Ihre Dissertation (Das L/K-Einfangverhältnis von Vanadium-49) kurz erläutern?
Was sind die Grundlagen der Verhaltenstherapie (VT)?
Können Sie Verfahren der VT nennen?
Was passiert mit dem Klienten bei Reizüberflutung?
Kann man dieses Verfahren unbedenklich anwenden?
Können Sie noch andere VT-Verfahren nennen?
Wie ist das Verfahren bei einer systematische Desensibilisierung?
Können Sie dafür ein Beispiel beschreiben?
Wie messen Sie Ihren Therapieerfolg?
Was tun Sie, wenn das Therapieziel noch nicht klar formuliert ist?
Beschreiben Sie bitte die Elemente der Gesprächstherapie nach Rogers!
Wie zeigen Sie Empathie gegenüber einem Klienten?
Wie verhalten Sie sich, wenn Ihnen der Klient unsympathisch ist?
Sprechen sie Ihn darauf an?
Was bedeutet „Abstinenz des Therapeuten“?
Was können Sie uns zur Familientherapie sagen?
Können Sie einige Elemente der Familientherapie nennen?
Kann man eine Familienaufstellung nach Hellinger problemlos und uneingeschränkt machen?
Warum ist Bernd Hellinger umstritten?S
ie arbeiten in einer Praxis für integrative Lerntherapie als Nachhilfelehrer. Können Sie uns den Begriff Teufelskreis erläutern?
Sie haben in der Vergangenheit u.a. als Berater gearbeitet. Wo sehen Sie den Unterschied zwischen dieser Tätigkeit und Ihre zukünftigen Arbeit als HP (Psychotherapie)?
Stellen Sie sich folgenden Fall vor: Eine Patientin kommt zu Ihnen in die Praxis und erzählt Ihnen, dass sie
schon vorher in psychotherapeutische Behandlung war, dass die bisherigen Therapeuten nicht gut waren, dass sie jetzt froh ist, einen guten Therapeuten gefunden hat und dass sie ganz begeistert von Ihnen ist. Zur nächsten vereinbarten Therapiestunde erscheint sie nicht, ohne dass sie abgesagt hat.
Zur dritten Stunde erscheint sie, ist aber angetrunken.
An welche Krankheit denken Sie?
Was spricht für eine Borderline-Störung?
Was empfinden Sie bei der Klientin?
Welche Symptome kennen sie bei Borderlinern noch?
Was fällt Ihnen noch zu Borderline-Störungen ein?
Was sind mögliche Ursachen einer Borderline-Störung?
Was versteht man unter einer multiplen Persönlichkeitsstürung (MP)?
Zu welchen Störungen nach ICD-10 gehört die MP?
Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung (PTB)? Welche Symptome treten bei der PTB auf?
Dr. Peter Schlegel, Psychiater, Psychotherapeut, Mitarbeiter in der psychiatrischen Abteilung des Städtischen Klinikums und des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Gesundheitsamt Braunschweig.
Wie erklärt sich der soziale Rückzug bei der PTB?
Welches Hauptsymtom tritt bei einer PTB auf?
Welche Schizophrenieformen kennen Sie?
Was tun Sie, wenn ein Klient, der an Schizophrenie erkrankt ist, zu Ihnen in die Praxis kommt?
Was machen Sie aber, wenn dieser Patient zu Ihnen sagt, dass er von einem Psychiater zu Ihnen geschickt wurde?
Warum behandeln Sie den Schizophrenie-Patienten auf keinen Fall mit aufdeckender Psychoanalyse?
Was hat ein Schizophrener nicht?
Mit welchem Ihrer favorisierten Therapieverfahren würden Sie den schizophrenen Klienten behandeln?
Danach schauten sich die Prüfer gegenseitig an, sagten „Die Zeit ist um, wir haben keine weiteren Fragen mehr und wir bitten Sie, noch einen Augenblick draußen zu warten“.
Nach kurzer Zeit wurde ich wieder in den Prüfungsraum gebeten. Der Beisitzer sagte mir: „Unsere Beratung hat nicht lange gedauert, und das ist normalerweise ein gutes Zeichen. Wir befürworten Ihren Antrag, als Heilpraktiker Psychotherapie zu arbeiten, und wir schicken heute noch eine entsprechende Mitteilung an die Verwaltungsbehörde in Lüneburg“.
Damit hatte ich die Prüfung bestanden.
Fazit:
Die Prüfungsatmosphäre empfand ich als sehr entspannt und locker. Beide Prüfer waren sehr fair. Über Gesetze, Testverfahren und Notfälle wurde ich nicht befragt. Beim Zögern wurde ich in die richtige Richtung gelenkt, richtige Antworten wurden zustimmend kommentiert, unvollständige oder falsche Antworten wurden von den Prüfern gegeben.
Fritz Krahn
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