Mündlichen Überprüfung zum Heilpraktiker Psychotherapie in Braunschweig 05/2009

Gedächnisprotokoll der mündlichen Prüfung in Braunschweig 05/2009

Prüfungsprotokoll, 18. Mai 2009, 14:00 Uhr

Mit einer kurzen Wartezeit von 15 Min. wurde ich fast termingerecht aufgerufen.

Die Kommission setzte sich aus Frau Dr. Kindt, Herrn Lux und Herrn Bauer zusammen.

Nachdem Herr Bauer das Prozedere erklärt und mich gefragt hatte, ob ich mich prüfungsbereit fühle, bejahte ich und Herr Bauer forderte mich auf, „zum Warmwerden“ zu schildern, warum ich Heilpraktikerin für Psychotherapie werden wolle.

Nach meinen Ausführungen hierzu übergab er das Wort an Herrn Lux, der noch einmal kurz darauf einging, dass ich in meiner Vorstellung von einer neuen „Berufung“ gesprochen habe; ob dies ein Versprecher gewesen sei oder was ich damit ausdrücken wolle. Ich denke, meine Stellungnahme hierzu, dass ich das genau so gemeint habe und dass ich das gelernte „Handwerk“ gern mit Leben füllen möchte und viel zu geben habe, kam gut an.

Insgesamt glaube ich auch, dass sehr auf das gesamte Auftreten (äußere Erscheinung, Selbstsicherheit, Sprachgewandtheit) geachtet wurde.

Herr Lux fragte zunächst nach der klientenzentrierten Gesprächstherapie nach Rogers (Kernthemen, Anwendung). Nachdem ich hierzu einiges erzählt hatte (rund um Selbstaktualisierungstendenz, Wunsch nach Wachstum, Empathie, Kongruenz, Wertschätzung, therapeutische Haltung) fragte Herr Lux, ob ich glaube, dass die Gestik etwas mit dieser Therapieform zu tun hätte. Kurzes Überlegen und Starthemmung aber dann führte ich aus, dass natürlich der Therapeut die nonverbal ausgedrückten Gefühle des Klienten verbalisiert und so dem Klienten die Gelegenheit gibt, selbst weiter zu explorieren.

Weiter ging’s mit der Verhaltenstherapie; was ist das, welche Therapieformen kennen Sie? Alle aufgezählt und gleich selbst ohne Nachfrage zur systematischen Desensibilisierung erklärt. Ob sich Angst und Entspannung gegenseitig ausschließen würden. Herr Lux wollte „ja“ hören mit kleiner Erklärung (Körperreaktionen). Welche Form noch im Detail – habe noch das Flooding erklärt.

Was ist Modelllernen? Kurze Erklärung – Lernen durch Erfahrung. Herr Lux wollte noch ein Beispiel, habe ihm anhand meiner Familie ausgeführt, dass unsere Kinder große Chancen haben, ein „Bitte“ und „Danke“ am Modell von uns Eltern zu lernen, sofern wir es vormachen.

Kommunikationswissenschaften!!! Hierzu hatte ich in meinem Studium nicht viel gelernt. Konnte aber aufgrund von Kollegenaustausch von Herrn Schulz-von-Thum das Kommunikationsquadrat und Herrn Watzlawik „Man kann nicht nicht kommunizieren“ kurz anreißen. Mein kurzes Beispiel von Appellohr (Ehemann, „Bier ist alle“, Ehefrau „ich soll neues kaufen“) wurde humorvoll angenommen. (Es wurde in der Prüfung sogar gelacht – miteinander!!).

Danach übernahm die Befragung Frau Dr. Kindt.

Nachdem ich schon in meiner Vorstellung und auch in meinen Beispielen die Depressionen „angeboten“ hatte, wurde dieses Thema auch Prüfungsbestandteil.

Es ging vorwiegend darum, die reaktiven gegen die endogenen Depressionen abzugrenzen – detailliert. Später fragte sie mich, was denn die schlimmste Symptomatik der Depression wäre. Nach kurzem Überlegen kam ich drauf, dass sie auf die Suizidalität abzielte. Also kurze Erklärung hierzu. Dann fragte sie, was ich denn in meiner Praxis tun würde, wenn ich dies feststellen würde. Erklärte hier das Vorgehen im Notfall (psychische Erkrankung + akute Selbstgefährdung ohne Bereitschaft, selbst in die Klinik zu gehen – soz. Psychiatrischer Dienst) Warum den der? Erklärung, dass neben Arzt mit psychiatrischer Erfahrung auch eine Person mit Funktion des Ordnungsamtes notwendig ist, weil hier die Grundrechte ohne richterlichen Beschluss aufgehoben werden müssen (hier war Herr Bauer über den rechtlichen Bezug sichtlich amüsiert …)

Alles in allem war die Prüfungssituation sehr freundlich und zugewandt. Bei meinen kleineren Hängern wurde mir durch gezielte Fragestellung auf die Spur geholfen.

Nachdem auch Frau Dr. Kindt keine Fragen mehr an mich hatte, wurde ich hinaus gebeten und nach kurzer Beratung wieder hereingerufen.

Was ich denn selbst für ein Gefühl hätte? Ich sagte, dass ich mich wohl ganz gut geschlagen hätte und gab die Frage zurück „Was meinen Sie denn?“

Daraufhin wurde mir mitgeteilt, dass ich bestanden habe.

Liebe MitstreiterInnen, ich kann es selbst kaum fassen und realisiere es nunmehr erst nach fast einer Woche: Ich bin Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie!!! Allen, die es noch vor sich haben, wünsche ich ganz viel Kraft, Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen.

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